Ein personell stark gehandicapter VfR Bad Lobenstein verlor sein letztes Auswärtsspiel in Teichel völlig verdient und bescherte den Traktoristen um Trainer Matthias Liebers nach fünf Pleiten am Stück doch noch einen versöhnlichen Heimabschluss.  Vorallem um die vakante Torhüterposition gab es in der Vorbereitung einige Diskussionen. Sowohl der verletzte Stammkeeper Richie Steinbach als auch der in der 2. Mannschaft den Aufstieg feiernden Vertreter Steven Kessel standen nicht zur Verfügung. Dafür musste Innenverteidiger Martin Wirth zwischen die Pfosten.

Die Spielansetzer des Verbandes haben am vorletzten Spieltag der Saison ein Derby auf den Plan gerufen. Schade, daß man den Wunsch beider Vereine das Spiel als Einleitung in das Pfingstwochenende am Freitagabend zu spielen, nicht entsprochen hat, dann wären vermutlich sogar mehr als 150 Zuschauer am Fasanengarten gewesen. Sei es drum, so mussten die Kicker bei bestem Fussballwetter am Samstag Nachmittag ins Derby gehen.

Noch zwei Auswärtsspiele stehen vor den Blau-Weißen. Als nächstes geht es in die Lichtstadt Jena zur Verbandsligareserve Schott Jena II. Die Jenaer sind derzeit der Tabellenzwölfte (26 Punkte, 41:48 Tore) und in der derzeitigen Position jenseits von Gut und Böse. Ein Fakt, daß die Mannschaft von Trainer Thomas Hurt befreit aufspielen kann und das die Glaswerker spielerisch eine der stärksten Mannschaften der Liga sind, ist wohl unbestritten.

Orientierungslos präsentierten sich die Koseltaler in ihrem vorletzten Auswärtsspiel beim FSV Grün Weiß Stadtroda. So verlief sich der VfR ein um das andere Mal im Gestrüpp der Abwehr der Hausherren und keiner der Spieler fand einen Weg ins Licht.  Dabei sah die Anfangs-Viertelstunde gar nicht so schlecht aus. Schnelle Ballpassagen über die Außenbahnen brachten einige brenzliche Situationen für die Rodsche Abwehr.

In der Woche vor dem vorletztem Heimspiel der Blau- Weißen hat Trainer René Grüttner sein Team gewarnt vor Germania Ilmenau. Und er tat recht damit. Als abgeschlagenen Tabellenletzten an die Orla kommend, können die Schützlinge von Trainer Andreas Lendrich ohne Druck aufspielen und eine der besten Rückrundenmannschaften kann dabei ohne Konzentration auf das Spiel nur verlieren. Das Spiel begann mit einer 15 minütigen Verspätung, weil ein Gewitterregenguss den regulären Start verhinderte.

Das Ostthüringenderby im Zeulenrodaer Waldstadion war ein Nachbarschaftsduell,  war eine Partie, die den knappen Tabellenabständen gerecht wurde. Die Orlastädter mussten auf Grund einiger Verletzungen über die Woche hinaus auf gleich 4 Leistungsträger verzichten, hinzu kam das arbeitsbedingte Fehlen von Mittelfeldmann Pascal Kern. Trainer René Grüttner war nicht zu beneiden und musste sich einiges einfallen lassen, um dem Tabellenführerbesieger eine adäquate Mannschaft entgegen zu stellen.

Die Ähnlichkeiten beider Mannschaften vor dem Spiel war schon verblüffend. Schlechte Hinrunde mit den Plätzen 9 und 10 als Tabellennachbarn und dann verkehrte Welt in der Rückrunde mit fleißigem Punkte sammeln beider Teams. Die Gäste aus Roschütz kamen als ungeschlagenes Auswärtsteam mit nur einem Gegentor an die Orla. Der Neustädter Trainer René Grüttner hatte sein Team auf eine spielstarke Mannschaft eingestellt, die es nicht zu unterschätzen galt. So musste man von einem knappen Spiel auf Augenhöhe ausgehen.

Nach dem spielfreiem Osterwochenende sind die Blau-Weißen wieder heiß auf Fussball. Nachdem man, trotz einer ansprechenden Leistung beim Aufstiegsaspiranten und Tabellenzweiten VfR Bad Lobenstein eine Niederlage hinnehmen musste, steht mit dem Tabellendritten ein erneuter Prüfstein auf dem Tableau. Mit der SG Traktor Teichel kommt ein dickes Brett an die Orla, daß man erst einmal bohren muss.

Wer hätte das nach dieser Hinrunde gedacht. Die Gastgeber aus dem Koseltal nur einen Hauch vom Sonnenplatz der Liga entfernt und die Gäste von der Orla tief im dunklen Keller steckend. Also eine klare Sache, könnte man meinen. Aber weit gefehlt. Auch wenn hier ein Spitzenspiel der besten Rückrundenmannschaften als Derby auf dem Tableau stand waren die Bad Lobensteiner trotzdem als Favorit in die Partie gestartet.

Die Steine, die dem Anhang des VfR Bad Lobenstein in diesem Derby des Saale-Orla-Kreises mit dem Entscheidungstreffer in der Nachspielzeit durch Sebastian Mai von der Seele fielen, muss man wohl in der gesamten Stadt gehört haben. Leider waren die Koseltaler selbst der Produzent einer so nicht gewollten Dramatik.  Im Lager des VfR hatte man sehr wohl die aufsteigende Form der Mannschaft von Rene Grüttner zur Kenntnis genommen.

   
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