Wer hätte das nach dieser Hinrunde gedacht. Die Gastgeber aus dem Koseltal nur einen Hauch vom Sonnenplatz der Liga entfernt und die Gäste von der Orla tief im dunklen Keller steckend. Also eine klare Sache, könnte man meinen. Aber weit gefehlt. Auch wenn hier ein Spitzenspiel der besten Rückrundenmannschaften als Derby auf dem Tableau stand waren die Bad Lobensteiner trotzdem als Favorit in die Partie gestartet.

Die Steine, die dem Anhang des VfR Bad Lobenstein in diesem Derby des Saale-Orla-Kreises mit dem Entscheidungstreffer in der Nachspielzeit durch Sebastian Mai von der Seele fielen, muss man wohl in der gesamten Stadt gehört haben. Leider waren die Koseltaler selbst der Produzent einer so nicht gewollten Dramatik.  Im Lager des VfR hatte man sehr wohl die aufsteigende Form der Mannschaft von Rene Grüttner zur Kenntnis genommen.

Zum 2. Heimspiel der Rückrunde haben die Blau-Weißen den Tabellensiebten BSG Chemie Kahla zu Gast. Auf Grund der klaren Tabellensituation und auch Ihrer spielerischen Qualitäten  gingen die Gäste als Favorit in die Begegnung. Allerdings rechneten sich die Hausherren auf Grund der Rückrundenergebnisse auch einiges aus. Bei bestem Fussballwetter übernahmen die Gäste die Initiative und präsentierte sich unbeeindruckt der Niederlage vom letzten Spieltag gegen Stadtroda.

"Statistiken kann man auch ändern" hatte VfR - Angreifer Oliver Hölzel schon vor dem Anpfiff kund getan und damit den Willen seiner Mannschaft klar formuliert, nach insgesamt 9 sieglosen Spielen gegen den FC Saalfeld den ersten Dreier gegen die Saalestädter holen zu wollen. Und dies schaffte die Becker - Mannschaft in beeindrucktender Weise.

"Es sind genau diese Spiele und diese Siege, für das sich der ganze Aufwand lohnt" entfuhr es dem VfR - Coach mit dem Schlußpfiff. Seine Mannschaft hatte das prestigeträchtige Oberland-Derby zum dritten Mal am Stück vor einer tollen Kulisse von 380 Zuschauern gewonnen und damit die aktuelle Vormachtstellung im Saale-Orla-Kreis eindrucksvoll untermauert.

Am Samstag kommt im ersten Rückrundenheimspiel der Tabellenfünfte, SV Grün-Weiß Stadtroda, übern Berg ins Orlatal. Das spiegelt auch die derzeitigen Kräfteverhältnisse wider. Die Rodsche Möhre ist mit 23 Punkten (33:29 Tore) in Sichtweite zu den Podestplätzen der Liga. Während die Orlastädter am letzten Spieltag in der Ferne mit dem Remis beim SV Jena-Zwätzen einen Punktgewinn einfahren konnten, setzten sich das Team von Trainer Steffen Richter mit einem Lastminutesieg gegen Aufsteiger Blankenhain  it 3:2 Toren durch.

Am letzten Spieltag vor der Winterpause reisten die Neustädter zum Aufsteiger sowie Tabellenvorletzten den FSV Grün-Weiß Blankenhain, die nach 4 erfolglosen Spielen der Orlastädter nur 1 Punkt voneinander trennte. Somit fiel diese Partie unter die Rubrik Kellerduell und Abstiegskampf. Die Gäste mit der ersten Möglichkeit, Szalek setzte Cypionka in Szene, dessen Abschluss verfehlte das Gehäuse (4.).

Die Koseltaler wurden im letzten Jahresspiel 2018 beim Neuling in Gera-Roschütz erst spät ihrer Favoritenrolle gerecht und können nun beruhigt auf Platz 3 in die Winterpause gehen.  Dass vor dem "Feste feiern" feste Arbeiten steht, war allen am Samstag beim Gastspiel in der Brahmetal-Arena eingesetzten Spielern des VfR schon im Vorfeld klar.

Am 13. Spieltag gehen die Blau-Weißen nochmals auf Reisen. Der letzte Spieltag der Hinrunde treibt die Grüttnerschützlinge nochmals zu einem Aufsteiger. In einer Talsenke der Schwarza liegt das malerisch gelegene Städtchen Blankenhain in einer reizvollen Umgebung. Für die Schönheiten der Natur werden sich die Orlastädter aber eher weniger interessieren, wenn sie beim Tabellendreizehnten FSV Grün-Weiß Blankenhain antreten müssen Am ersten Adventswochenende will man so kurz vor Weihnachten nochmals mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause gehen.

Die wiedererstarkten Glaswerker Punkten auch an der Orla und zogen an den Blau-Weißen vorbei in der Tabelle. Nach der indiskutablen Leistung beim Tabellenletzten in Ilmenau wollten die Grüttnerschützlinge Wiedergutmachung betreiben. Die Vorraussetzungen dafür standen unter keinem guten Stern. Trainer René Grüttner musste auf seine verletzten Mittelfeldakteure Pascal Kern und Sandro Badermann verzichten, Jakub Szalek saß seine Gelbsperre ab und Daniel Meyer konnte verletzungsbedingt nur begrenzt trainieren.

   
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