DRAMATISCHES SOK - DERBY

VfR Bad Lobenstein - SV Blau-Weiß 90 Neustadt 3:1 (0:0)



Die Steine, die dem Anhang des VfR Bad Lobenstein in diesem Derby des Saale-Orla-Kreises mit dem Entscheidungstreffer in der Nachspielzeit durch Sebastian Mai von der Seele fielen, muss man wohl in der gesamten Stadt gehört haben. Leider waren die Koseltaler selbst der Produzent einer so nicht gewollten Dramatik.
 
Im Lager des VfR hatte man sehr wohl die aufsteigende Form der Mannschaft von Rene Grüttner zur Kenntnis genommen. Dennoch starten die Hausherren nicht abwartend, wollten gleich mit Schnelligkeit die Blau-Weiße Abwehrkette überrumpeln. Da Oliver Hölzel die erste Gelegenheit mit einem Schaufler, weit über das Tor, nicht nutzen konnte ( 4.), war auf der Gegenseite Marcel Käpnick wohl überrascht, plötzlich am langen Pfosten die Einschußmöglichkeit zu kommen. Aber der Winkel war wohl zu spitz und der Ball strich knapp neben das Tor ( 6.). Keine zwei Minuten später musste Dominik Naujoks zu einer Flugshow ansetzen, um den Ball noch aus dem Dreiangel zu fischen ( 8.). Doch, so flott die Partie auch begonnen hatte, ging sie nicht weiter. Zunehmend verlegte sich das Geschehen in die mittlere Zone, in der beiderseits mächtig gearbeitet wurde. Trauriger Zwischenpunkt dabei der Feldverweis gegen Neustadts Routinier Daniel Opel, der mit einem Reflex gegen Kevin Hammerschmidt nachtrat und vorzeitig duschen musste ( 33.). Doch den Gästen merkte man zunächst die Unterzahl nicht an, zumal für die Spitze Käpnick Defensivverstärkung mit Martin Köhler kam. Die Koseltaler selbst wussten mit der neuen Situation auch nichts anzufangen. Nur Markus Baer hatte mit dem Halbzeitpfiff noch eine Chance, die Naujoks aber vereitelte ( 45.).
 
Nach dem Wechsel kam der VfR mit einer ähnlichen Geschwindigeit zurück wie zu Beginn des Spieles. Martin Wirth zirkelte von rechts einen Freistoß an das Quergestänge, der Abpraller wurde dabei zur Vorlage für Oliver Hölzel. Durch die vielbeinige Abwehr hindurch beförderte er den Ball ins Netz ( 47.) Die kurze Konfusion nutze der VfR, Mai schüttelte zwei Bewacher ab und erneut durfte Hölzel vollenden ( 51.) In den VfR Köpfen schien das 2 : 0 schon das Wunschergebnis gewesen zu sein, denn, das was die Männer von Trainer Heiko Becker dann spielten, war im reinen Verwaltungsmodus. So kam für den Tabellen-Zweiten das "Hallo-Wach" Erlebnis wie aus heiterem Himmel. Einen Eckball schlug Richie Steinbach genau auf die Füße des eben eingewechselten Bernhard Grimm, der mit seinem Premierentor für Neustadt plötzlich die Spannung wieder hoch schraubte ( 74.). Und die Gästen fighteten um den Ausgleich, unkonventionell, mit langen Bällen und viel Körper, wackelte die VfR Abwehr mehrmals, aber, sie viel nicht. Als Neustadt in der Nachspielzeit dann alles auf eine Karte setzte, knockten Hölzel und Mai gemeinsam den starken Gast aus ( 90.+3.).
 


Oliver Hölzel (gelb) brachte mit seinen Saiontoren 9 und 10 seinen VfR auf die Siegerstraße.

Hier wird er von Jakub Szalek (links) und Martin Köhler vom Ball getrennt.

 


 
Schwerstarbeit in der Schlußphase musste VfR Schlußmann Richie Steinbach (grün) verrichten.

hier fischt er sich einen  Freistoß von dem einköpfbereiten Steven Simon.

 


 
Trainerstimmen :
 
Heiko Becker (VfR Bad Lobenstein): "Ich bin schon froh, dass wir gewonnen haben. Wir hatten schon den größeren Willen und sind  geduldig geblieben mit der Überzahlsituation. Doch muss man das besser ausspielen. Es war  sicherlich nicht unser bestes Spiel."
 
Rene Grüttner (SV Blau Weiß Neustadt): "Wenn man eine Stunde in Unterzahl spielt, wird es schwer. Wir hatten uns schon etwas überlegt   in der Halbzeit und mit etwas Glück schießen wir noch das 2 : 2. Ich kann nur ein Kompliment an   meine Mannschaft machen, wie sie gearbeitet, wie sie gefightet haben. Ich hätte es schon gern   gesehen, wenn meine Mannschaft über 90 Minuten komplett gewesen wäre. Ich glaube nicht,   dass wir hier verloren hätten."
 
Text / Foto / Interview :
bsn
Bernd Schneider

   
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