DRAMATIK IN ROT

SV Blau Weiß 90 Neustadt - VfR Bad Lobenstein 1:1 (1:1)

 
"Wir haben unser Ziel nicht erreicht, doch nach der Unterzahl haben wir gefigtet und uns den Punkt erkämpft" waren die Schlußworte von Trainer Heiko Becker nach einem höchst intensiven SOK - Derby.
 
Klar : Die Koseltaler hatten den Dreier bei den Blau-Weißen in Neustadt klar auf dem Schirm und dies zeigten sie von Beginn an. Sandro Badermann konnte einen ersten Vorstoß von Niko Schröder kurz vor der Eckfahne klären (2.), den folgenden Einwurf beförderte Sebatian Mai auf den startenden Markus Baer, für den die Flanke etwas zu hoch war. Beim nächsten Angriff war Dominic Naujoks im Neustädter Kasten einen Schritt vor Mai am Ball (5.). Doch Ernüchterung in den Reihen des VfR, als sich nach einem Eckball niemand um Jakub Szelek kümmerte. Er konnte aus 5 Metern das Zuspiel von Khalil Naif unbedrängt einschieben (8.). Doch die Koseltaler machten weiter Ballett : An Mais Vorstoß brachte Cartsen Plietzsch gerade so noch den Fuß heran (14.) und Tobias Lindig war Retter gegen den anstürmenden Kevin Hammerschmidt (19.). Nach 24 Minuten wurden die Bemühungen der Koseltaler auch belohnt. Über die Stationen Baer und Hammerschmidt zirkelte Tim Gössinger das Spielgerät dahin, wo es hingehört : Ins Tor !.
War es bis hier her schon rassig, wurde es nun dramatisch. Daniel Dittmar konnte den durchbrechenden Naif nur durch ein Halten aus dem Tritt bringen, was als letzter Mann einer Notbremse gleichkam (29.). Rot gegen Dittmar und 60 Minuten Unterzahl bedeuteten nun auch gleich die notwendige taktische Umstellung, in dem Trainer Becker Gössinger vom Angriff in die Abwehrkette zurück zog. Den folgenden Freistoß zog Daniel Opel mit Schmackes aber knapp über das Gebälk (31.). Der VfR musste sich nun erst einmal neu sortieren, ließ nur noch ein Schüsschen von Naif (39.) zu, um sich in der Pause neu zu beraten.
 
"Deutlich tiefer stehen und Konter setzen" sollte das Rezept sein, was zwangläufig zu einer klaren Dominanz der Hausherren führte. Doch hatten die Blau Weißen in der Pause vergessen, einen kräftigen Schluck aus der Zielwasser-Flasche zu nehmen, denn sie hatten Chancen für mehrere Spiele, konnten aber selbst nicht mehr jubeln. Allen voran Khalil Naif, dem vor dem Steinbach-Tor mehrmals die Nerven versagten und der VfR Schlußmann zum Punktsieger wurde. Da auch einige Kopfbälle über das Tor und Distanzschüsse neben den Posten gingen, wurde die Blau-Weiße Verzweiflung immer größer. Jedoch machten die Hausherren auch nicht den Fehler, Carsten Plietsch als letzten Mann für die Offensive zu opfern. Er war es dann auch immer wieder, der den letzten Tick bei den Kontern des VfR schneller war und Schlimmeres verhinderte. Als Victor Ernst mit seinem Schuss nur die Querlatte von Naujoks Tor traf, lag sogar der Siegtreffer für die Koseltaler in der Luft. Doch Naujoks pflügte sich den zurückspringenden Ball förmlich vom Kopf des einschussbereiten Hammerschmidt (82.). So bleib es beim Pari-Pari, denn auch personell ging das Spiel mit Gleichstand zu Ende, weil sich Neustadts Torschütze
Szalek mit einem Nachtreten noch mit dem roten Karton (90.) verabschiedete.
 


Kompakte Abwehrformation : Der VfR erwartet den Antritt von Daniel Opel, der von Markus Baer (links) verfolgt wird.
Niko Schröder und Sebastian Gäbelein sind voll auf den Neustädter Routenier fixiert.

 
Text / Foto :
Bernd Schneider

Homepage des VfR Bad Lobenstein

   
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