DRAMATISCHES SPITZENSPIEL

VfR Bad Lobenstein - TSV Gera Westvororte 3:3 (3:0)


Nach 96 Minuten hatte der Knaller des 6. Spieltages im Koseltal mit den unterschiedlichsten Gefühlswallungen auf beiden Seiten vor 155 Zuschauern zwar keinen sportlichen Sieger gefunden, dafür aber einen moralischen Gewinner. Die Geraer Gäste wühlten sich nach dem Wechsel nach 0:3 Rückstand noch zu einem 3:3 Remis.
 
Und dieses Spitzenspiel wurde auch gleich seinem Axiom gerecht. Der VfR gab sofort den Ton im heimischen Wohnzimmer an, bei der die Mannschaft bisher keines seiner 13 Spiele im Jahr 2018 verlor. So ahnte Geras Keeper Bierbaum das Zuspiel von Sebastain Mai auf Oliver Hölzel (5.), brachte gegen den durchgebrochenen Victor Ernst gerade noch so die Schlappen an den Ball (10.) und begrub am kurzen Pfosten einen Kopfball im zweiten Zupacken (12.). Die fällige Führung fiel dann über die rechte Seite, als Mai mit Schmackes abdrückte und traf (18.). Zwei weitere Gelegenheiten drosch die VfR-Sturmspitze jedoch über den TSV Kasten. Mitte der 1. Hälfte besannen sich auch die Gäste, daß sie Fußball spielen können, doch gelangen ihnen nur zwei nicht verteidigte Abseitstore (34./37.). Der VfR war auf der Gegenseite schon vor dem 2 : 0 (42.), blieb aber erneut an Bierbaum hängen. In der Schlußminute der 1. Hälfte klingelte es doch noch, denn Oliver Hölzel nahm aus dem Gewühl heraus genau Maß und drückte den Ball ins Netz (45.). Schiedsrichter Markus Eddel (Jena), der eine tadellose Leistung ablieferte, zudem nach 25 Minuten auf seinen 2. Assistenten verzichten musste, der wegen Kreislaufproblemen von der Linie musste, pfiff noch einmal an. Der VfR nutze dies, stürmte noch einmal an und nutzte die Geraer Konfusion in der Abwehr noch durch Kevin Hammerschmidt (45.+2) zur klaren Pausenführung.
 
Gera's Trainer Marcus Dörfer schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben, denn wie entfesselt berannten die Gäste nun ihre Gegenspieler und das VfR-Tor. "Wir sind noch nicht da", schrie auf der Gegenseite VfR-Coach Heiko Becker, doch so richtig hörten das seine Männer nicht. Doch konnte der VfR zunächst sein Tor sauber halten, auch weil sich Richie Steinbach immer wieder ins Getümmel warf oder den Knaller von Martin Gerold (58.) entschärfte. Mit der Einwechslung von Grzegorz Grochowski kam gleich neuer Schwung in den Angriff. Er leitete das dickste Ding nach dem Wechsel für die Koseltaler ein. Sein Zuspiel auf Mai hätte dieser schon verwerten können (müssen), doch sah er den besser und frei postierten Markus Baer. Doch Baer schoß aus 3 Metern das Leder über das leere Tor (62.). Mit einem 4 : 0 wäre wohl auch der Geraer Zahn gezogen gewesen, statt dessen klopften die Gäste weiter mit Vehemenz auf die Abwehr der Hausherren. Maximilian Dörlitz (64.) bestrafte kurz nach dem vergebenen Riesen auf der Gegenseite den VfR mit dem Anschlußtreffer. Teilweise wirkten nun die Koseltaler wie ein Hühnerhaufen, die Zuordnung ging verloren, die Mannschaft bekam keine Ruhe ins Spiel. Das nutzte Rico Heuschkel nach 76 Minuten, als er einen Abpraller nur noch über die Linie drücken musste. Das Aufbäumen der Geraer mit der zweiten Luft und die Angst auf Fehler auf der heimischen Seite bescherte den Gästen nun Chancen im Minutentakt. Klärte Steinbach noch einmal gegen Gerold (80.) und half der Pfosten (81.), bekam der TSV seinen Elfmeter. Heuschkel drosch den Ball zum gerechten Ausgleich ins Dreiangel (83.).
 


Vor der Pause hatte die Abwehr des VfR noch die Übersicht, wie hier durch Kapitän Sebastian Tens,
Takt und Fluss in die Aktionen zu bekommen. Nach dem Seitenwechsel ruderten die Koseltaler und
schenken den möglichen Sieg her.

 


 
Nach diesem Sprint von Grzegorz Grochowski lag das 4:0 in der Luft. Doch der VfR ließ die Chance
liegen, bezog dafür im Gegenzug den 3:1 Anschlusstreffer.


 
Text / Foto :
bsn
Bernd Schneider

Homepage des VfR Bad Lobenstein

   
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